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Otočec – Nova Vas 6. – 10. Juni 03 (ca. 81 km)

Abfahrt um 6:15 (CZ-Diesel), arrival gegen 10:45 in Ljubljana, wo wir BMW in Parkhaus unterbringen. Ich will SIT abheben – mehrere fehlgeschlagene Versuche, meine EC-Karte wird nicht akzeptiert (wie auch später, s.u.). Mit dem Zug nach Novo Mesto (11:40), nach Pause mit dem Bus weiter nach Otočec (dort um 14:30), wo wir „aus Tradition“ Pasulj essen. Später laden uns die „Fußball-Fischer“ zu einem Spritzer auf Cviček-Basis ein, eine Wohltat! Nach abwechslungsreicher Landschaft fragen wir Winzer nach dem nächsten Gasthaus, und erhalten zum Lohn eine Dezi Cviček! In Ždinja Vas bekommen wir Mineralwasser, aber keine Übernachtung! Also ein paar Kilometer weiter nach Dežmar, wo wir wieder Mineral trinken (Gasthaus Na Vasi), Übernachtung ni Problemo, wenn da nicht eine große Hochzeit wäre...junge Leute geben uns einen Tip im selben Ort, wo es dann auch klappt.

Übernachtung: Dežmar.

Die Zimmer sind nicht doll, aber das Abendessen (Zwiebelrostbraten recht gut). Vito malt.

Strecke 11 km.


8:45 Aufbruch, zum Frühstück gabs auch noch einen Likör (s. Etappe 19). Um 10:00 Mineralwasser beim Flugplatz im schattigen Gastgarten. Danach Straße aufwärts bis zum Bärenwald mit Warnschild! Natürlich werfe ich meine Bärenglocke an, ich fühle mich dennoch nicht wohl, konnte den wunderschönen Wald nicht so richtig genießen. Um 12:15 nach knapp 12 km erreichen wir Frata (slowenisch: Wiese), wo wir lange verweilen, einfach wunderschön dort oben! Lt. Aussage der Bedienung machen die Wildschweine weit mehr Ärger als die Bären. Gulasch mit Polenta, Mineral, Svièec. Und weiter durch den Bärenwald... In Dvor (?) kann man nicht pennen, nette Frau fährt uns deshalb nach Sadinja Vas. Die Gastgeber haben 17 Jahre bis 1974 im Ruhrgebiet gelebt, wir unterhalten uns mit der sehr netten Wirtin (69) auf deutsch. Sie hat Zoff mit ihrem Mann, er trinkt zuviel. Zum Abendessen gibt es Spiegeleier.

Übernachtung: Sadinja Vas.

Strecke 18 km.


Am nächsten Morgen um 8:30 nach Žužemberk, natürlich funktioniert meine EC-Karte wieder nicht. Schöne Burg (Baujahr 1000), leider geschlossen wg. Renovierung. Wir wollen in den Wald, Frau warnt uns aber vor einem großen „angefütterten“ Bär. Man solle ruhig auf ihn einreden... Wir kehren um und marschieren auf der (natürlich heißeren) Strasse weiter bis nach Prevole (13 km), dort gibt´s aber keine Wirtschaft. Wir sind mitten in der Suha Krajina (Trockene Landschaft), sie macht ihrem Namen alle Ehre – aber wirklich wunderschöne einsame Natur. In P. schenkt uns netter junger Mann zwei 1,5 L-Flaschen Radenska, dazu gibt es Schokolade und Rosinen, wir sind gerettet. Wir geben ihm 2 €. In Žveèe (oder so) (17 km) ist eine kleine Wirtschaft zwar geschlossen, nette junge Frau kredenzt uns aber dennoch ein Pivo. Sie stellen Plastikteile für IKEA her, der Neubau sieht auch recht nobel aus! Weiter nach Lipa (Linde), 22 km, es gibt keine Übernachtungsmöglichkeit. Vito ist a bisserl sauer. Ein Kneipengast fährt uns zur Mühle (Rasèica) – eine Art Biergarten, sehr angenehm – wo wir Plescavièa essen (das sollte denn auch unser einziges Mahl heute bleiben!). Danach mit dem Bus nach Ribnica, aber auch hier kann man nicht übernachten!! Also bleibt uns nichts weiter übrig, als auf Verdacht nach Prigorica (~ 4 km) weiter zu marschieren, wo wir dann tatsächlich eine sehr schöne Bleibe finden (aber nichts zu essen). Der Weißwein ist nur Durchschnitt.

Übernachtung: Prigorica.

Strecke 26 km.


Wir gehen die Auto- bzw. Bus- Strecke nicht zurück und generieren so eine 10-15 km – Lücke!! Um 8:15 Bärenglocke angeworfen, wunderbarer Wald bis nach Travna Gora (eine Art Alpenvereinshütte), ist natürlich geschlossen (12 km, 12:00). Wir teilen unser Wasser und essen Schokolade. Die Wiesen um die Hütte herum sind aber traumhaft! Zum Glück ist in der Nähe eine kleine „Datscha-Siedlung“, wo wir Wasser nachtanken können. Die sehr nette Frau kredenzt uns sogar ein Bier! Später tankt Vito nochmals Wasser beim „Anton, sprich deutsch!“ Anton hat nämlich als Elektriker (?) überall in Deutschland gearbeitet, und freut sich, seine Sprachkenntnisse demonstrieren zu können. Wir bekommen einen Schnaps. Nach langer Strecke kommen wir mit kaputten Füßen um halb sechs in Nova Vas an, wo wir – zur großen Überraschung – beim Slamar sehr schöne Zimmer bekommen. Auch das Abendessen (Rinderfilet) ist sehr gut, lediglich der Weißwein enttäuscht wieder einmal.

Übernachtung: Slamar, Nova Vas.

Strecke 26 km.


Abends beschließen wir, die letzte Etappe mit dem Auto zu machen, denn erstens ist dort die Infrastruktur noch schlechter, und zweitens dürfte dann die Bärengefahr recht konkret sein. Hier in Nova Vas endet also unser eigentlicher langer Marsch!!

Um 7:40 am Tag darauf werden wir pünktlich abgeholt, um die Höhle Križna Jama zu besuchen (als Einzige an diesem Morgen, ohne Voranmeldung geht nix). Wir durchqueren 13 Seen mit dem Gummiboot, und müssen dauernd ein/aussteigen (wobei Vito fast einmal ins 8° kalte Wasser fällt!). Im Eingangsbereich teilweise auch kühne „alpine“ Fußstrecken! Insgesamt laufen/fahren wir ca. 600 m in die Höhle ein, ein einmaliges Erlebnis (höchst interessante Tropfsteinformationen, „Pilze“, Hohlkörper, etc.). Wir sehen auch eine Spinne (mit rotem Körper), einen Wurm, und sogar einen Baumsämling (wie wächst der ohne Sonnenlicht?!). In der Höhle wurden Knochen von 100 Höhlenbären gefunden – Gewicht bis zu 1 Tonne!

Der Führer fährt uns zur Strasse zurück, und wir trampen nach Cerknica (nach einer knappen halben Stunde nimmt uns jemand mit). Weiter mit dem Bus nach Ljubljana, Mittagessen (ausgezeichnet: Pilzsuppe, Ražniči) in Radovljica beim Augoštin. Wir besuchen noch Ata (?; Vito´s Schwiegervater), um halb neun Uhr in Freising.

Kum: 1400 km 

 

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Erstellt am 7.12.2004